Die Entwicklung der Melkroboter hat in den letzten Jahren nicht stillgestanden. Wir sehen immer mehr Betriebe, die bereits mit einem Roboter melken, auf Robotermelken umsteigen oder sich für einen neueren Melkroboter-Typ entscheiden. Robotermelken erfordert eine andere Arbeitsweise als das Melken im Melkstand.
Guter Roboterbesuch
Damit der Roboter sein maximales Potenzial entfaltet, ist es wichtig, dass die gesamte Betriebsführung gut aufeinander abgestimmt ist. Dabei sollte man die betriebliche Situation genau betrachten: Wie viele Kühe werden gemolken, wie hoch ist die Milchleistung pro Kuh, wie viele Kühe pro Box, wie viele Fressplätze sind am Futtertisch vorhanden? Dies sind nur einige Aspekte, die großen Einfluss darauf haben, ob ein Melkroboter erfolgreich eingesetzt werden kann.
In vielen Betrieben spricht man über die Milchkilogramm pro Kuh und die Anzahl der Melkungen. Das sind zwar wichtige Kennzahlen, aber sie sagen nicht unbedingt aus, wie gut es tatsächlich „läuft“ auf dem Betrieb. Um gute Leistung Ihrer Kühe zu erzielen, ist es entscheidend, für gutes und schmackhaftes Grundfutter zu sorgen. Eine höhere und konstantere Aufnahme von Grundfutter sorgt für einen besseren Robotergang (mehr Besuche am Roboter). Auch wichtig ist die Wahl der richtigen Sorten sowohl für Mais als auch für Gras – Geschmacksqualität und hohe Wandverdaulichkeit spielen hierbei eine große Rolle. Eine hohe Grundfutteraufnahme sorgt für aktivere Kühe und damit für eine höhere Besuchsfrequenz am Roboter. Umgekehrt verhält es sich ebenso: Tritt z. B. Verderb am Futtertisch auf, sinkt vermutlich die Aktivität und damit die Roboterbesuche.
Schmackhaftes Futter
Für einen guten Besuch am Roboter gilt hinsichtlich des Kraftfutters im Grunde dasselbe wie fürs Grundfutter: Sorge für ausreichende Schmackhaftigkeit! Zudem muss die Zusammensetzung des Kraftfutters zur restlichen Ration passen. Über Zusammensetzung, Auswahl der Rohstoffe und ggf. Zusatz von Premixes und Aromen kann sehr gezielt gesteuert werden, was in der Ration gefordert ist und was wünschenswert ist, um gute Leistungen am Melkroboter zu erhalten. Die Zusammensetzung der Kraftfutterrationen hat also großen Einfluss auf Aktivität und Besuchsfrequenz der Kühe.
Einstellungen des Melkroboters
Die Einstellungen des Roboters selbst haben natürlich ebenfalls großen Einfluss auf die Anzahl der Besuche und die Zahl der Melkungen. Je nach System kann der Zugang durch ein Zeitintervall geregelt werden oder es wird nach der erwarteten Milchgabe gesteuert. Eine häufigere Melkung stimuliert die Milchleistung. Aber: Die höchste Anzahl an Melkungen oder Roboterbesuchen ist nicht immer das Optimum. Es muss kein Ziel sein, möglichst viele Melkungen zu erreichen! Denn nach jeder Melkung wird gespült, was wiederum Wasser, Energie und letztlich auch Leistung kostet. Das optimale Niveau variiert je nach Betrieb – abhängig von Faktoren wie der Kuhzahl, Milchleistung je Kuh, Melkgeschwindigkeit, ob Weidegang vorhanden ist, etc. Die Anzahl der Melkungen sollte in Relation zur Milchleistung und zur Laktationsdauer stehen. Daher sind die insgesamt produzierten Liter pro Roboter oft interessanter – denn darauf werden Sie als Milchviehhalter letztlich entlohnt.
Roboteranalyse
Oft sehen wir, dass, sobald die Roboter‑Einstellungen einmal vorgenommen sind, später nicht mehr regelmäßig überprüft wird. Doch im Laufe der Zeit ändert sich vieles in Bezug auf Fütterung oder Belegung am Roboter. Mit einem kritischen Blick lässt sich häufig verbessern. Diese kritische Analyse kann mittels einer Roboteranalyse erfolgen. Wir können dies für alle Melkroboter‑Marken, die in Deutschland/Niederlanden tätig sind. Mit diesem Programm können die Daten aus dem Roboter‑Computersystem ausgelesen werden. So ist es möglich, die Roboterdaten aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Die Ergebnisse werden in einem Bericht mit einem Verbesserungsplan zusammengefasst. Auf Basis dieser Erkenntnisse können dann die Einstellungen am Roboter angepasst werden, um weiter zu optimieren. Dies kann z. B. bedeuten, dass der Melkzugang verändert wird oder die Prioritätsfütterung einschaltet wird oder abgeschaltet wird. Dies sind nur einige einfache Beispiele.
Maßgeschneiderte Beratung
Alles in allem gibt es viele verschiedene Faktoren, die Einfluss auf einen guten Roboterbesuch haben. Diese Faktoren unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Jeder Betrieb ist anders aufgebaut und erfordert einen individuellen Ansatz, auch hinsichtlich der Einstellungen des Melkroboters. Wir können Sie dabei gut unterstützen mit Beratung und maßgeschneiderten Futtermischungen, abgestimmt auf die Bedürfnisse von Kuh und Landwirt / Landwirtin. Haben Sie Interesse oder möchten Sie mehr wissen, was wir in diesem Bereich für Sie tun können? Dann nehmen Sie Kontakt auf mit Ihrem Berater bei Velthof Export.
Stallaufteilung für den Melkroboter
Gestalten Sie den Kuhverkehr frei und geben Sie den Kühen viel Platz! Beachten Sie folgende Richtlinien:
- Vom Roboter bis zum ersten Hindernis: 4,5 Meter
- Zwischen zwei Liegeboxenreihen: 3 Meter
- Hinter der Futterbarriere: 4 Meter
- Durchgang: 2 Meter
- Durchgang mit Tränke: 4 Meter
Denken Sie immer an die Bedürfnisse der Kuh. Was braucht sie? Breite Ställe sind derzeit im Trend. Allerdings sind diese oft schwieriger zu belüften.
Durchgänge
Durchgänge bedeuten Platz und Fluchtwege. Dadurch können sich rangniedrigere Tiere leichter und sicherer im Stall bewegen. Es empfiehlt sich, nach jeweils 15 Liegeboxen einen Durchgang anzulegen. Am Ende des Stalls sollte der Durchgang mindestens 4 Meter breit sein. Ein Nachteil vieler Durchgänge ist, dass die Tiere dadurch schwerer zu finden und einzufangen sind. Viele Durchgänge bedeuten zwar mehr Platz für die Tiere, aber auch höhere Kosten, da Liegeboxen nicht an Stellen mit einem Durchgang platziert werden können. Hindernisse
Jedes Hindernis, wie z. B. ein Tor, ein Wartebereich, ein Sortiergatter oder der Mistabstreifer, ist eines zu viel.
Wartebereich
Der ideale Wartebereich ist flexibel. Wenn sich Tiere, die auf die Melkung vorbereitet werden, darin aufhalten, muss der Wartebereich für andere Tiere gesperrt werden. Sobald alle Tiere, die auf die Melkung vorbereitet werden, gemolken sind, muss der Wartebereich wieder entfernt werden, damit der Kuhverkehr wieder frei ist. Es ist ratsam, im Wartebereich Wasser bereitzustellen.
Wasserversorgung
Empfohlen werden leicht zu reinigende Tränken. Die Tränken sollten nach Verlassen des Melkroboters leicht zugänglich sein. Kühe trinken gerne direkt nach dem Melken.
Beleuchtung
Ausreichend Licht, insbesondere im und um den Melkroboter herum, fördert die Aktivität der Tiere, sodass sie sich leichter und selbstbewusster bewegen. Empfohlen werden 16 Stunden Licht (150–200 Lux) und 8 Stunden Dunkelheit. Der Melkroboter selbst muss jedoch stets ausreichend beleuchtet sein. In der Praxis bedeutet gute Beleuchtung eine 58-Watt-Leuchtstofflampe pro 20 m² in 5 Metern Höhe. Laufwege
Lange Laufwege müssen für die Tiere kein Problem darstellen. Kühe sind an lange Strecken gewöhnt; es muss jedoch beachtet werden, dass die Tiere diese auch bewältigen können.
Beeinträchtigte Klauengesundheit und Hindernisse auf dem Weg sind wesentliche Risikofaktoren. Im idealen Stall sind die Laufwege zum Roboter kurz und der Roboter leicht zugänglich.
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